Raiffeisenstraße 5, 86568 Hollenbach / Tel. 08257 1616
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Fußballabteilung stellt sich neu auf – Trainerduo geht im Sommer

Während die Fußballer des Landesligisten TSV Hollenbach derzeit ihre wohlverdiente Winterpause genießen, planen die Verantwortlichen der Krebsbachkicker fleißig für die Rückrunde und auch für die kommende Saison ist bereits eine einschneidende Entscheidung gefallen. Die Trainer Christoph Burkhard (41) und Daniel Zweckbronner (35) führen die Rot-Weißen noch gemeinsam durch die anstehende Rückrunde und beenden im Sommer ihr dann sechsjähriges Engagement als gleichberechtigtes Duo bei den Rot-Weißen einvernehmlich, wie Hollenbachs Abteilungsleiter Bernhard Fischer (42) mitteilt. Doch nicht nur auf der Trainerposition wird es eine Veränderung geben, auch Fischer selbst, wird sich bei den den turnusmäßigen Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung des TSV Hollenbach am 6. Januar nicht mehr zur Wahl stellen. Als Nachfolger stellt sich Thomas Högg (50), selbst langjähriger TSV-Kicker, zur Verfügung. Fischer gehört der Abteilungsleitung inzwischen beinahe zwanzig Jahre an, davon lange Zeit als erster Spartenleiter, und hatte großen Anteil daran, dass Hollenbach nach dem Abstieg der ersten Mannschaft in die A-Klasse 2007, einen sportlichen Aufschwung erfuhr und sowohl mit der ersten, wie auch der zweiten und der 2016 ins Leben gerufenen dritten Herrenmannschaft mehrere Meistertitel und Aufstiege feiern durfte. Mit den Verpflichtungen der Trainerneulinge Viktor Hofecker (im Jahr 2012), Christian Adrianowytsch (2015) und eben Burkhard (als Co-Trainer ab 2018) und Zweckbronner (2020) gelangen Fischer gleich mehrfach absolute Glücksgriffe. Zudem setzte er stets auf langfristige Zusammenarbeit und stärkte seinen Übungsleitern auch in schwierigen Zeiten den Rücken. Fischer hatte aber bei weitem nicht nur ein Auge für rein sportliche Belange. Stets hatte er auch einen Blick für die Instandhaltung der Sportanlage und motivierte die Mitglieder sich aktiv ins Vereinsgeschehen einzubringen. So gelang es ihm immer wieder freie Posten für Betreuer, Platzwarte und Kassiere zu besetzen oder notwendige Arbeitsdienste am TSV-Gelände zu organisieren. Bernhard und auch sein Bruder Franz Fischer, der ebenfalls über Jahre der Fußballabteilung angehörte, haben dem Verein bereits im Sommer mitgeteilt, dass sie am Dreikönigstag nicht erneut zur Wahl antreten werden. Genügend Zeit also, damit sich unter der Führung von Thomas Högg ein neues Team formieren konnte, dass im Januar offiziell die Leitung der Fußballsparte übernehmen möchte. „Es hat zuletzt ein gewisser Verschleiß eingesetzt und sowohl der Abteilung und den Mannschaften, also auch uns, der bisherigen Führung, tut eine Veränderung gut. Frischer Wind und neue Ideen können viel positives bewirken.“, begründet Fischer sein Ausscheiden. Dass sich mit Thomas Högg nun „ein tausendprozentiger TSVler“ zur Wahl stellt, freue ihn besonders, so Fischer. Högg wiederum kann Fischers Entscheidung nachvollziehen: „Bernhard hat wahnsinnig viel Zeit und Leidenschaft investiert, da ist eine Pause völlig legitim.“ Mit Blick auf die zahlreichen Nachwuchsfußballer, die in den kommenden Jahren in den Seniorenbereich drängen, sagt Högg: „Wichtig ist, dass wir unserem Nachwuchs weiterhin eine Perspektive bieten und die Abteilung weiterhin gut organisiert ist und ordentlich geführt wird.“ Högg hat viele Jahre als Jugendleiter und zuletzt bereits als Beisitzer der Fußballabteilung Erfahrung und Einblicke in die nun auf ihn zukommenden Aufgaben gesammelt. Zudem unterstützt Fischer Högg bei der Planung der Rückrunde und steht ihm weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Nachdem klar war, dass Burkhard und Zweckbronner nicht über den Sommer hinaus das Traineramt im Krebsbachtal bekleiden, galt es zunächst eine Nachfolgerlösung zu finden. Nichts lag näher, als den bisherigen Co-Trainer Fatih Cosar, zu befördern und auch der 34-jährige war von dieser Gelegenheit sofort angetan. „Ein paar Tage Bedenkzeit waren nötig, weil ich es vor allem mit meiner Familie besprechen wollte. Die Anfrage hat mich aber sehr gefreut und für mich gab es eigentlich nur eine Antwort.“ Der Realschullehrer für Mathematik und Sport und seine Frau erwarten im Januar ihr zweites Kind. „Als es von ihr grünes Licht gab, war die Entscheidung gefallen. Ich wurde in Hollenbach von Anfang an gut aufgenommen, die Atmosphäre im Verein ist sehr familiär, das habe ich in meiner Laufbahn so bisher nicht kennengelernt. Und auch wenn die Tabellensituation derzeit schwierig ist, kommt keine Unruhe auf.“ In der Tat sind die Aussichten für Hollenbach als Schlusslicht der Landesliga Südwest derzeit nicht gerade rosig, doch die Liga ist für Cosar nicht entscheidend: „Sollten wir absteigen, ist auch die Bezirksliga ein sehr gutes Niveau. Unsere jungen Spieler können sich dort vielleicht sogar besser entwickeln.“ Auch Högg ist überzeugt vom B-Lizenzinhaber: „In seinen bisherigen eineinhalb Jahren bei uns hat er sich bestens eingelebt, passt menschlich und auch von seinen sportlichen Ansichten und Ansprüchen her bestens zu uns. Er wird die erfolgreiche Arbeit von Burki und Zwecke weiterführen.“ Ihm zur Seite wird Högg noch einen Co-Trainer oder auch ein Co-Trainer-Duo stellen. „Gespräche dazu führen wir bereits. Wichtig ist, dass die Konstellation wieder so gut passt wie im aktuellen Trainerteam.“ Fix sind bereits zwei Winterneuzugänge. Höggs Sohn Robbin und Alan Kolacki aus Inchenhofen kommen von den A-Junioren des TSV Schwaben Augsburg und schließen sich ab sofort dem TSV Hollenbach an. Robbin Högg wird im April volljährig und ist erst dann bei den Senioren spielberechtigt. Kolacki (18) darf sofort eingesetzt werden. „Beide steigen zum Vorbereitungsstart ins Training ein und sollen behutsam herangeführt werden.“, so Högg über die Nachwuchskicker. Die Vorbereitung beginnt für den TSV Hollenbach bereits Ende Januar, ehe am 28. Februar die Rückrunde mit der Partie gegen den FC Ehekirchen startet.

Auf die Zusammenarbeit mit Christoph Burkhard und Daniel Zweckbronner blickt Abteilungsleiter Bernhard Fischer durchaus emotional zurück. „Sie sind mit uns durch alle möglichen Höhen und Tiefen gegangen. Haben sich nie hängen lassen und zu jeder Zeit Mannschaft und Verein in den Vordergrund gestellt.“ Der Hollenbacher Burkhard kam bereits in der Winterpause der Saison 2018/19 vom FC Pipinsried zurück zu seinem Heimatverein. Von 2009 bis 2017 war er Stammkraft beim SV Wacker Burghausen in der Regional- und 3. Bundesliga, davon auch mehrere Jahre auch Kapitän. Burkhard assistierte bei den Rot-Weißen zunächst Christian Adrianowytsch als Co-Trainer. Als dieser während der Covid-bedingten Saisonunterbrechung im Frühjahr 2020 darum bat, zum TSV Aindling wechseln zu dürfen, übernahm Burkhard dessen Stelle. Zeitgleich kam Zweckbronner vom SV Mering ins Krebsbachtal und bildete fortan mit Burkhard ein gleichberechtigtes Duo. Zunächst führten beide die Truppe durch unsichere Zeiten während der Pandemie, hielten die Mannschaft zusammen und starteten nach dem Abbruch der Spielzeit 2019/21 in ihre erste reguläre Saison, an deren Ende sie sensationell die Meisterschaft in der Bezirksliga Nord und den erstmaligen Aufstieg in die Landesliga mit dem TSV Hollenbach feiern durften. Es folgte der direkte Abstieg als Tabellenletzter, dennoch hielt der Verein an seinem Trainerduo fest, das die Krebsbachkicker ab 2023 wieder durch die Bezirksliga lenkte, wo erst am vorletzten Spieltag der Klassenerhalt eingetütet werden konnte. Trotz des beinahe zweiten Abstiegs innerhalb eines Jahres blieben Burkhard und Zweckbronner an Bord. Beide sahen weiterhin Potenzial in der Mannschaft und wollten in der Saison 2024/25 deutlich früher den Ligaverbleib sichern. Wenn man so will, ist das nicht gelungen. Denn die Krebsbachtaler setzten sich erneut die Bezirksliga Krone auf und kehrten zur laufenden Spielzeit in die Landesliga zurück. „Niemand kann nur erahnen wieviel Zeit beide in ihr Amt investieren. Gespräche mit Spielern, Spielbeobachtungen, Trainingsvorbereitung – das verdient höchste Anerkennung.“, lobt Fischer die beiden Vorturner, zu denen er auch persönlich ein ausgezeichetes Verhältnis pflegt, in höchsten Tönen. Zweckbronner sieht für die Spieler nur Vorteile im Wechsel auf der Kommandobrücke: „Nach dann sechs Jahren ist ein guter Zeitpunkt aufzuhören. Eine neue Ansprache und neue Impulse von Fatih werden der Mannschaft helfen sich weiterzuentwickeln.“ Gemeint ist Fatih Cosar (34), seit eineinhalb Jahren Co-Trainer beim TSV.  Mit Cosar sieht Fischer die Nachfolge bestens geregelt. „Er konnte sich von beiden etwas abschauen, hat aber auch seinen eigenen Stil und ist ebenso kommunikativ wie Burki und Zwecke.“ Burkhard und Zweckbronner sehen den nahenden Abschied sowohl mit einem lachenden, wie mit einem weinenden Auge. „Es war bzw. ist eine erfolgreiche und wahnsinnig schöne Zeit beim TSV. Bernhard und Franz waren für uns immer als Ansprechpartner parat und haben uns in jeder Situation den Rücken freigehalten.“, berichten beide unisono. Für Burkhard sei es zudem etwas Besonderes, das Traineramt bei seinem Heimatverein ausüben zu können. Für die Rückrunde erklären beide, sei es oberstes Ziel, sich mit allen Kräften gegen den Abstieg zu wehren und so lange der Klassenerhalt theoretisch möglich ist, alles dafür zu tun. „Das wäre natürlich ein toller Abschluss.“ Doch auch ein erneuter Abstieg würde das sportliche Erbe der beiden beim TSV Hollenbach nicht schmälern.

Fotos: Veronika Murr, Reinhold Rummer, Siegfried Kerpf

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